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BDU Fachkonferenz Sanierung 2017

Die BDU-Fachkonferenz Sanierung hat sich seit ihrem Start im Jahr 2002 als Austauschplattform für Restrukturierungs- und Sanierungsexperten aus allen Berufsfeldern fest etabliert. Anlässlich der Frühjahrsveranstaltung am 17. März 2017 begrüßte Burkhard Jung, der Vorsitzende des BDU-Fachverbandes Sanierungs- und Insolvenzberatung, gut 200 Unternehmensberater, Banker, Insolvenzverwalter, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer im repräsentativen Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter.

Zunächst lag der Konferenzfokus auf dem präventiven Restrukturierungsrahmen als Ergebnis der EU-Kapitalmarktinitiative. Nach der Analyse steuerlicher Risiken im Rahmen der Sanierung wurde das Change Management in Verbindung mit einer Nachsorge entsprechend den GoRS gebracht.

Change Management: Mitarbeiter „mitnehmen“.

„Lediglich 22 % der Führungskräfte können ihr Unternehmen erfolgreich aus schwierigen Zeiten führen; 60 % aller Change-Projekte haben nur teilweise oder überhaupt keinen Erfolg.“ Wie vor dem Hintergrund dieser Erfahrungswelten Unternehmen agieren können bzw. sollten, analysierten Helmut Haberl und Tobias Riegger (Quest Consulting AG, Rosenheim). Ihr besonderes Anliegen war es, diese Problematik mit der Sichtweise der GoRS zusammenzubringen. Die dort verankerte Phase der Nachsorge baut auf den weiterzuentwickelnden Konzepten auf und verlinkt die sachliche mit der emotionalen Ebene in einem nachhaltigen Ansatz; Mitarbeiter müssen „mitgenommen“ werden – auch solche mit teilweise nicht rationalem Verhalten: „Menschen konstruieren ihre Wirklichkeit“. Um ein soziales System geschickt zu beeinflussen, ist die weitere Befähigung der Beteiligten in verschiedenen Verantwortungsbereichen notwendig; organisatorische Aspekte spielen hier die wesentliche Rolle. Veränderungsprozesse erzeugen immer Emotionen, welche die Motivation bei allen Beteiligten erst mal negativ beeinflussen – die Perspektive auf Besserstellung ist das Entscheidende und ohne ein gewisses „Tal der Tränen“ wird es nicht gehen. Widerstände müssen überwunden werden. Vor diesem Hintergrund hat die Change-Praxis gezeigt, dass für die Beeinflussung von Systemen ein Projektplan sinnvoll ist, der mit der psychologischen Ebene zu verknüpfen ist.

 

Zu empfehlen ist den Referenten zufolge ein Ansatz von Kotter; diese acht aufeinander aufbauenden Stufen geben den Veränderungsprozessen eine logische Struktur und Orientierung:

 

  • Gefühl von Dringlichkeit erzeugen (Bewusstsein schaffen)
  • Führungskoalition aufbauen (Vertrauen aufbauen)
  • Vision & Strategie entwickeln (positive Zugkraft entwickeln)
  • Vision des Wandels kommunizieren (Mitarbeiter überzeugen)
  • Mitarbeiter befähigen & Hindernisse beseitigen (Mitarbeiter motivieren)
  • Milestones umsetzen & schnelle Erfolge erzielen (eindeutig kommunizieren)
  • Erfolge festigen & für weitere Veränderungen sorgen (Zeit einplanen)
  • Neue Ansätze in Kultur verankern (nachhaltigen Erfolg des Wandels sicherstellen)

Zu beachten ist insbesondere, dass das emotionale Erleben der Veränderung einem Zeitversatz unterworfen ist und jeder Mitarbeiter es individuell anders erlebt.

 

Der Themenschwerpunkt des Nachmittagsprogramms wurde auf Assets und Real Estate im Sanierungsfall gelegt. Natürlich wurde vor dem Hintergrund der aktuellen gesetzlichen Bestrebungen auch die Problematik der Insolvenzanfechtung analysiert und bewertet.

 

 

Videobericht der Fachkonferenz Sanierung 2017

IMPRESSUM
Registergericht Traunstein HRB 15916 · Sitz der Gesellschaft Rosenheim · Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27a Umsatzsteuergesetz: DE 218203634
Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Claus Breit · Aufsichtsrat Dr. Walter Klar, Dr. Michael Wisniowski · Vorstand Helmut Haberl, Albert Hager, Attila Lottner, Tobias Riegger